Schweirerischer Bobsleigh-, Schlitten- und Skeleton-Sportverband
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Schlitteln: Saisonvorschau 2009/10 (1) -- Text



Schweizer Schlittler haben Top 10 im Visier

von Marco Ackermann (Si)

(Si) Eine Woche nach den Bob- und Skeletonfahrern eröffnen die Schlittler die Saison. Start und Ziel sind in Kanada. In der Nacht auf morgen Samstag erfolgt der Weltcup-Auftakt in Calgary, den Abschluss und Höhepunkt bilden die olympischen Rennen in Whistler.

Die Schweizer Elite strebt Top-10-Platzierungen an. Sie besteht wie im vergangenen Winter aus dem Zürcher Routinier Stefan Höhener, dem jungen Bündner Gregory Carigiet und der konstanten Bernerin Martina Kocher. In der letzten Saison waren die Schweizer nicht über Rang 8 hinausgekommen; Kocher erreichte diese Position beim Weltcup in Königssee, Höhener an der WM in Lake Placid, nachdem er in früheren Jahren für drei Weltcup-Podestplätze gesorgt hatte.

Vorbereitung mit Hindernissen

Von Swiss Olympic sind für die Qualifikation für "Vancouver 2010" zwei Klassierungen in den ersten zehn gefordert. Mindestens zwei Athleten sollen die Vorgabe erfüllen. Angesprochen auf die Ambitionen, gibt sich Sportchef Reto Gilly bescheiden: "Wenn wir das Niveau von zuletzt halten, haben wir schon viel gewonnen."

Die Saison-Vorbereitung war nicht ideal verlaufen. Die neue Starttrainingsstrecke in Andermatt konnte erst ab Ende August benutzt werden. Die geplanten Einheiten in Cesana mussten gestrichen werden, weil es mit der Vereisung nicht rechtzeitig geklappt hatte. Die Schweizer wichen nach Lillehammer, Altenberg und Winterberg aus. Finanziell ist man nicht auf Rosen gebettet. Gilly steht für die Abteilung Schlitteln das schmale Budget von 150 000 Franken zur Verfügung.

In sportlicher Hinsicht hat Carigiet nach wie vor Defizite im athletischen Bereich, Kocher bringt im Vergleich mit ihren Konkurrentinnen immer noch wenig Gewicht auf die Waage (rund 63 Kilogramm). Die Olympia-Hauptprobe in Whistler beim Weltcup von Ende Februar war den Schweizern missraten. Kocher wurde 20., Höhener nach starkem ersten Durchgang nur 25., und Carigiet erklärte nach einem Trainingssturz Forfait.

Armada aus Deutschland und Italien

In den Favoritenrollen befinden sich andere Fahrerinnen und Fahrer -- allen voran jene aus Deutschland und Italien. Die deutschen Frauen entschieden in der Weltcup-Serie 2008/09 sämtliche neun Wettkämpfe zu ihren Gunsten. Sechsmal stand Tatjana Hüfner zuoberst auf dem Podest; sie sicherte sich überlegen auch den Sieg in der Gesamtwertung, dreimal triumphierte ihre Teamkollegin Natalie Geisenberger. Einzig an der WM mussten sich die Deutschen geschlagen geben, als sensationell die Amerikanerin Erin Hamlin Gold holte. Mit Anke Wischnewski verfügt der BSD über eine dritte Sieg-Anwärterin.

Bei den Männern ist Armin Zöggeler in der Pole-Position. Der Südtiroler, mittlerweile 35 Jahre alt, gewann heuer bereits zum achten Mal den Gesamtweltcup, bei den Weltcup-Siegen ist er Rekordhalter (45), zu seinem umfangreichen Palmares zählen weiter zwei Olympia-Goldmedaillen und fünf WM-Titel. Die ernsthaftesten Gegner von Zöggeler sind der deutsche Weltmeister Felix Loch, dessen Landsleute und der Russe Albert Demtschenko.

Bei den Doppelsitzern werden die italienischen Duos Plankensteiner/Haselrieder (Weltmeister) und Oberstolz/Gruber (Gesamtweltcup-Sieger) sowie die deutschen Paare Leitner/Resch und Florschütz/Wustlich an der Spitze erwartet.

Der Weltverband FIL hofft, dass er an den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi mit vier Wettbewerben vertreten ist. Angepeilt wird die Aufnahme der Team-Staffel.


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