Schweirerischer Bobsleigh-, Schlitten- und Skeleton-Sportverband
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OS10/Skeleton: Vorschau



(ersetzt Fassung vom 27. Januar nach Selektion Oswald)

Weitere Schweizer Medaille im Skeleton ist kein Selbstläufer

Pedersen mit goldenem Abschied? -- Debüt für Oswald

von Marco Ackermann (Si)

(Si) Seit Skeleton 2002 wieder ins olympische Programm aufgenommen worden ist, hat es für die Schweiz drei Medaillen gegeben. In Vancouver ruhen die Hoffnungen auf Maya Pedersen, die zum letzten Rennen ihrer Karriere als Titelverteidigerin startet. Debütant Pascal Oswald gilt als Aussenseiter.

Zweimal hat Pedersen bisher an Olympischen Spielen teilgenommen, zweimal gehörte sie zum engsten Favoritenkreis. In Salt Lake City hielt sie der Nervenprobe nicht stand. Trotz Laufbestzeit im zweiten Durchgang musste sie sich mit Rang 5 begnügen. Vier Jahre später in Turin passte alles zusammen. Mit dem riesigen Vorsprung von 1,23 Sekunden sicherte sich die Berner Oberländerin Gold.

Kein Podestplatz im abgelaufenen Weltcup

Bei ihrer dritten Olympia-Teilnahme zählt Pedersen nicht zu den ernsthaftesten Kandidatinnen auf den Sieg. Andere haben aus dem abgelaufenen Weltcup mehr Top-Resultate vorzuweisen. Pedersen ist nicht über den 5. Platz von Altenberg hinausgekommen. Allerdings wäre es falsch, die zweifache Weltmeisterin abzuschreiben. In der schwierigen Bahn im Whistler Sliding Centre dürfte sie dank ihrer Routine im Kampf um Edelmetall ein Wörtchen mitreden können. Vor einem Jahr, als in Whistler im Rahmen des Weltcups die Olympia-Hauptprobe stattgefunden hatte, wurde sie Fünfte.

Die zierliche Pedersen (geborene Bieri) wird nach Vancouver ihren Schlitten in die Ecke stellen und im Alter von 37 Jahren den Rücktritt vollziehen. Sie will sich mit ihrem Trainer und Ehemann Snorre in dessen Heimat Norwegen vermehrt dem Familienleben widmen. Das Paar hat zwei Töchter.

Gleich mehrere Athletinnen sind im Stande, zu verhindern, dass sich Pedersen mit einer Olympia-Medaille verabschiedet. Hoch einzustufen ist Mellisa Hollingsworth. Die Kanadierin sicherte sich in diesem Winter den Sieg im Gesamtweltcup. Bei den Spielen von Turin hatte sie -- hinter Pedersen und der nach wie vor starken Britin Shelley Rudman -- Bronze erobert. In Whistler wird Hollingsworth Heimvorteil geniessen. Ebenfalls zu beachten sind die Deutschen: Allen voran Marion Trott, die bei der Olympia-Hauptprobe überlegen gewann.

Stählis Out -- Oswald als Stellvertreter

Bei den Männern hat aus Schweizer Sicht nur Gregor Stähli die Olympia-Limite vollständig erfüllt. Allerdings musste er Forfait erklären. In Lake Placid Mitte November hatte er einen Muskelabriss erlitten, der ihn unlängst zum Saisonabbruch zwang. Mit dem Zürcher wäre zu rechnen gewesen. Er ist der aktuelle Weltmeister. Stähli ist zudem einer von bloss zwei Skeleton-Fahrern, welche mehr als einen Olympia-Podestplatz im Palmares haben. Der andere ist der Amerikaner John Heaton, der 1928 und 1948 in St. Moritz Silber holte. Stähli kehrte aus Salt Lake City und Turin mit Bronze heim.

Für Stähli ist nun Pascal Oswald in die Bresche gesprungen. Zwar erreichte der Jurist aus Zürich die Selektions-Richtlinien lediglich zur Hälfte, doch sein 6. Rang beim Weltcup in St. Moritz genügte Swiss Olympic offensichtlich. Für Oswald wäre es bereits ein Erfolg, wenn er eine einstellige Schlussplatzierung realisieren sollte.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass bei olympischen Rennen oft die Erfahrung ein nicht zu unterschätzender Faktor ist. In Turin betrug das Durchschnitts-Alter auf dem Männer-Podest mit den Kanadiern Duff Gibson und Jeff Pain sowie Stähli 37 Jahre. Pain wird in Whistler wahrscheinlich wie sein Landsmann Jon Montgomery an der Spitze mitmischen. Eine wichtige Rolle spielen könnten auch die Deutschen, der Brite Kristan Bromley und der lettische Gesamtweltcup-Sieger Martins Dukurs.

Erstmals bei Olympischen Spielen werden in den Skeleton-Wettbewerben vier Durchgänge zu absolvieren sein. Die Entscheidungen bei beiden Geschlechtern fallen in der Nacht zum 20. Februar.


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