Bob: Viererbob-WM in Altenberg -- Text Samstag
Andre Lange vor dem fünften WM-Titel mit dem Viererbob
Ivo Rüegg nach halbem Pensum Vierter
von Daniel Good (Si), Altenberg
(Si) Trotz mittelmässiger Fahrten hat Ivo Rüegg nach halbem Pensum der Viererbob-WM in Altenberg (De) Chancen, eine Medaille zu gewinnen. Als Vierter weist der Titelverteidiger 0,15 Sekunden Rückstand auf den drittklassierten Russen Alexander Zubkow auf.
In Führung liegt wie erwartet der deutsche Topfavorit Andre Lange (34). Der Olympiasieger fuhr in den beiden ersten Durchgängen über eine Sekunde Vorsprung auf seinen Landsmann Matthias Höpfner heraus. Der zweitklassierte Höpfner weist 23 Hundertstel Vorsprung auf Rüegg auf. Der EM-Zweite Martin Galliker steuerte den zweiten Schweizer Schlitten in den zwölften Zwischenrang.
Rüeggs Team büsste bereits am Start reichlich Zeit ein, und auch an den Steuerseilen gelang dem 37-jährigen Ausserschwyzer nicht alles. Immerhin schaffte es Rüegg mit der drittbesten Zeit im zweiten Lauf, einen Platz zu gewinnen. Zeitgleich mit Rüegg startet am Sonntag der dritte deutsche Steuermann Thomas Florschütz zu den entscheidenden Durchgängen 3 und 4.
Die Chance, den Titel mit Erfolg zu verteidigen, war für Rüegg bereits nach der ersten Startzeit entschwunden. Mit 0,23 Sekunden lag Rüegg mit seinen Hinterleuten nach 50 m gegenüber Lange im Hintertreffen. Bis ins Ziel des ersten Durchgangs wuchs der Rückstand auf 82 Hundertstel an. Mit der Möglichkeit, dass Rüegg in Altenberg Lange das Wasser reichen könnte, hat freilich niemand gerechnet. "Es waren nicht die besten Fahrten", resümierte der in Tuggen SZ wohnende Rüegg nach dem ersten Wettkampftag, "und auch am Start müssen wir noch zulegen."
Mit Beat Hefti und Thomas Lamparter als externen Verstärkungen hatte Rüegg 2007 in St. Moritz am Start die Basis zum ersten Schweizer WM-Titel mit dem Viererbob seit 14 Jahren gelegt. Hefti steuert nun selber. Lamparter bestritt die Saison 2007/2008 als Hintermann Heftis und wurde von diesem für die WM 2008 nicht freigegeben.
Die Ausgangslage sei ähnlich eng wie nach der ersten Hälfte der Zweierbob-WM, die Rüegg schliesslich als Fünfter beendete. "Am zweiten Tag muss nun alles passen", sagte Rüegg weiter. Rüegg muss den Fokus nicht nur auf Zubkow ausrichten, sondern vor allem auch auf Höpfner, der aber noch mehr Vorsprung auf die besten Schweizer aufweist. Denn Zubkow misslang die zweite Fahrt völlig, nachdem er nach dem ersten Durchgang scheinbar unangefochten die zweite Position eingenommen hatte. Zudem nahmen die Russen den Schweizern in der Startspurs ingesamt 0,27 Sekunden ab. Diese Spanne verdoppelt sich in der Regel bis zur ersten Zwischenzeit.
Der 34 Jahre alte Galliker war nach dem ersten Durchgang noch Neunter mit nur zwei Hundertstelsekunden Rückstand auf den siebenten Platz. Die Reprise auf der 1413 m langen Bahn durchmassen aber 16 Mannschaften schneller als der Viererbob-Spezialist aus Muhen AG. "Es gab Fahrfehler. Und das schon sehr aufgereifte Eis war schlecht für unsere Kufen", sagte Galliker. Zudem musste er nach der ersten Fahrt einen Wechsel in der Besatzung vornehmen. Anstelle des verletzten Alexander Strelzow (Adduktorenzerrung) kam der 4 kg schwerere Michael Lukas zum Zug. "Mit dem Gewicht ging es knapp auf", sagte Galliker.
Auf Lange weist Galliker bereits 2,19 Sekunden Rückstand auf. Der Thüringer steuert seinem fünften WM-Titel mit dem schweren Schlitten entgegen. Bislang teilte sich Lange den Rekord mit Wolfgang Hoppe. Zudem hat Lange gute Aussichten, als dritter Steuermann nach Eugenio Monti (It, 1960 und 1961) und Christoph Langen (De, 1996 und 2001) zum zweiten Mal Doppel-Weltmeister zu werden.
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