Schweirerischer Bobsleigh-, Schlitten- und Skeleton-Sportverband
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Bob: Zweierbob-WM Lake Placid -- Text Samstag



Ivo Rüegg ist WM-Leader

Eine WM-Medaille hat die Schweizer schon fast auf sicher

von Daniel Good (Si), Lake Placid

(Si) Ivo Rüegg und Cédric Grand führen die Zweierbob-WM in Lake Placid (USA) nach dem ersten Tag an. Das Schweizer Team ist nach halbem Pensum sechs Hundertstelsekunden vor der deutschen Mannschaft Thomas Florschütz/Marc Kühne klassiert.

Im ersten Durchgang wartete Florschütz mit der Bestzeit auf, in der Reprise trumpfte Rüegg mit einer nahezu perfekten Fahrt auf und brachte die Leaderposition doch überraschend in seinen Besitz.

Im dritten Zwischenrang ist der Russe Alexander Zubkow mit 25 Hundertsteln Rückstand auf Rüegg klassiert. Auf Platz 4 folgt der Amerikaner Steven Holcomb. Der Vorsprung Rüeggs auf Holcomb beträgt schon 28/100. Eine Medaille ist den Schweizern also schon fast sicher.

Weniger gut als Rüegg schnitten die beiden anderen Schweizer Mannschaften ab: Weltcup-Sieger Beat Hefti ist nur Neunter, Daniel Schmid ist im 13. Rang klassiert.

Der bald 38-jährige Rüegg wartete auf der technisch anspruchsvollen Bahn im Bundesstaat New York nicht nur mit reichlich fahrerischer Kompetenz auf, sondern verblüffte mit Hintermann Cédric Grand auch in der Startspur. Erstmals waren der Tuggner und der Genfer am Start bei den Leuten.

Der Ausserschwyzer Rüegg gewann schon vor zwei Jahren mit Silber eine WM-Medaille mit dem Zweierbob. Letzter Schweizer Zweierbob-Weltmeister war 1997 Rüeggs heutiger Klub-Präsident Reto Götschi.

"Wir haben unsere Trainingsleistungen bestätigt. Das gibt nun am Sonntag eine spannende Sache, auch für die Zuschauer", sagte Rüegg. "Ich habe endlich jene Konstanz an den Tag legen können, die notwendig ist, um Erfolg zu haben. Zudem waren wir am Start endlich konkurrenzfähig." Grand: "Ich gebe zu, dass ich in dieser Saison Durchhänger hatte. In dieser Woche haben wir aber nochmals technisch gearbeitet." Rüegg fährt wie Weltmeisterin Nicola Minichello (Gb) einen Zweierbob, den Hans Hiltebrand gebaut hat.

Hefti lag nach dem ersten Durchgang noch an zehnter Stelle. Der Vorsprung am Start fiel insbesondere im ersten Lauf nicht so gross aus wie erhofft, und an den Steuerseilen liess der 31-jährige Appenzeller an seiner ersten WM als Pilot einige Wünsche offen. Schon im Training war Hefti diskret geblieben.

"Logisch habe ich mir mehr erwartet. Ich wusste aber, dass es schwierig werden würde", sagte Hefti. Er nahm den Rückstand von einer Sekunde ziemlich gelassen. "Wir haben getan, was möglich war. Mehr ging nicht. Was soll ich mich also ärgern", sagte er. Zudem konnte Hefti im zweiten Durchgang nur mit Glück einen Sturz vermeiden.

Der dritte Schweizer WM-Steuermann Daniel Schmid hielt am Start dank Verstärkung Roman Handschin zwar einigermassen mit, hernach vermochte der Aargauer aber nicht mehr an seine guten Trainingsleistungen anzuknüpfen. Die Enttäuschung war Schmid vom Gesicht abzulesen. Schmid: "Mit diesen Fahrten kann ich nicht zufrieden sein."

Neben Hefti und Schmid gab es weitere Verlierer. Titelverteidiger und Olympiasieger Andre Lange ist nach halbem Pensum nur an fünfter Stelle klassiert. Im deutschen Lager scheint sich mithin eine Wachablösung anzubahnen. Florschütz gewann in dieser Saison drei der acht Weltcup-Rennen, Lange nur eines. Nur auf Position 6 und noch hinter Lange findet sich mit Pierre Lueders der zweifache Saisonsieger wieder. Auch der Kanadier gehörte im WM-Vorfeld zum Kreis der absoluten Topfavoriten.


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